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Samstag  21.10.2017

Wir schlafen gut in dem typisch eingerichteten Zimmer mit Doppelbett und sonst nix. Kann uns auch wenigstens nichts vom Schlaf ablenken. Nach ausgiebigem Frühstück starten wir gegen halb zehn in Richtung Fährhafen Genua. Kurz vor´m Mittag kommen wir dort an, es steht schon eine weitere Wüstenfahrergruppe an der Anlegestelle, sie fahren die Equip Raid.
Überhaupt füllt sich der Platz recht gut, scheinbar besuchen doch wieder mehr Touristen Tunesien. Wir beobachten, wie die „Tanit“ einläuft, schon interessant. Wie im letzten Jahr, so auch dieses Mal viel Zeit für Gespräche, Fachsimpeleien, Kaffee trinken oder einfach nur zum Beobachten. So sind die Stunden bis 17Uhr recht kurzweilig, zumal zwischendurch auch immer wieder etwas Papierkram für Ein-und Ausreise zu erledigen ist. Wobei da der Hauptteil der Arbeit von Conny & Co übernommen wird. Eine ziemlich verantwortungsvolle Aufgabe wie ich finde.
                                        

17 Uhr, als wir dann an Bord können, wird wieder alles hektisch. Im Parkdeck von gefühlt 20 Winkern einweisen lassen, die hoffentlich schon vorbereiteten Rucksäcke mit den benötigten Klamotten für die Überfahrt schnappen, sich idealerweise den Aufgang merken und fix an die Rezeption. Manche tauschen ihre Zimmer dort nochmal um, der Sinn hat sich mir noch nicht erschlossen.

         

Dann heißt es wieder, sich im Labyrinth der Gänge zurecht zu finden. Ein Navigator sollte das können, ich schiebe mein Unvermögen auf den knurrenden Magen. In der Kabine setzt bei Sebastian sofort Schlafdruck ein, aber erst stellen wir die Uhren eine Stunde zurück, denn ab hier wird die Sommerzeit nicht mitgemacht.

Wir treffen uns dann  17 Uhr im schiffseigenen Nachtclub zum Begrüßungstrunk. Schlechte Erinnerungen von stundenlang Ansprachen haltenden Kapitänen, Ober- und Unteroffizieren kommen hoch, aber dieses Mal hält es sich in Grenzen und so können wir uns bei ohrenbetäubender Livemusik bald auf die Häppchen stürzen. Sowas Leckeres und Vielfältiges habe ich selten gesehen und geschmeckt, wirklich hervorragend. Das Schlimme ist nur, dass es quasi gleich im Anschluss noch „echtes“ Abendessen gibt. Das heißt, entweder auf die köstlichen Teilchen verzichten, oder mit schrecklichem Völlegefühl den restlichen Abend verbringen……ich gehe das Risiko ein.
Wir bekommen quasi den letzten Tisch. Eddie, Motorrad-Orga vom letzten Jahr und seine Freundin Kerstin setzten sich zu uns. Es wird ein gemütlicher Abend und es gibt viel zu lachen. Als der Rotwein alle ist, gehen Sebastian und ich nochmal aufs Außendeck….es ist sehr windig, aber die See trotzdem ruhig. Zurück in der Kabine, schaukelt und vibriert (ach deshalb tauschen manche die Kabinen) uns die TANIT in einen angenehmen Schlaf..... .
                                                             

Sonntag   22.10.2017

Halb sieben geht es frisch geduscht und bei bestem Wetter zum Frühstück, danach findet die erste Fahrerbesprechung statt. Es werden die Orgamitglieder vorgestellt, das Explonateam erzählt nochmal etwas zu den Sicherheitssystemen und dann werden auch schon die Rallyetracks auf die GPS-Geräte übertragen. Das dauert ja ein wenig, so kommt man ins Gespräch mit dem Einen oder dem Anderen.

                                               

Plötzlich ist auch schon Mittag, die Fähre hat ganz schön Fahrt gemacht. Schnell noch ein Fototermin mit allen Teilnehmern  auf dem Oberdeck. Das erscheint zwar ein bisschen zeitig, aber ist ergiebiger als auf der Heimfahrt. Denn da sind ja viele Teams und Touristen schon gar nicht mehr an Bord, weil sie zum Beispiel nur die erste Woche mit dabei sind.

Danach ruhen wir noch ein wenig, bis die sanfte Frauenstimme uns aus den Kabinen treibt. Gegen 15:30 Uhr treffen wir im Hafen ein, über Tunis ein dickes Regenband. Es zaubert eindrucksvolle Muster an den Horizont.
17 Uhr verlassen wir die Fähre, besorgen uns wieder Tunesische Dinar und starten dann Richtung Mahdia. Eine wundervolle Sonne heißt uns in Tunesien willkommen……krass…ein Jahr vorbei und wir sind tatsächlich wieder hier ….

           

Wir gewöhnen uns schnell wieder an den“ flüssigen“ Verkehr. In der Nähe eines Stadions wird es ganz originell. Scheinbar ist dort eine Veranstaltung und die eigentlich zweispurige Straße wird kurzerhand vierspurig…..auch das geht. Die PKW und Transporter sind vollgestopft mit jungen, singenden und fröhlich winkenden Mädels und Jungs. Teilweise sitzen 7 Leute in den Autos, die Schiebetüren und Kofferraumhauben bleiben offen….die Polizei, die durchaus an den Auf- und Abfahrten steht, schaut ernst. Mehr aber auch nicht.

                 

Nach dieser Abwechslung wird es wieder ruhig und damit auch langweilig auf dem Asphalt. Im Dunkeln, kurz vor dem Hotel verfahren wir uns in den engen Gässchen von Mahdia und fahren mehrere Ehrenrunden…..geht ja gut los mit meiner Navigation.

Auf dem Hotelgelände suchen wir uns einen Platz unter den mit Blechdächern überdachten Parkbuchten. Mit Niva kein Ding, die Boliden haben da mit der Höhe teilweise schon Probleme. Kleine Problemchen haben wir allerdings auch, die Lima meldet sich sporadisch und das Verteilergetriebe schwitzt eindeutig. Andere kämpfen auch mit ihrer Technik, so funktioniert zum Beispiel bei Eduard die Navigation nicht. Apropos Eduard……wir hatten ja schon gemerkt, dass  er ein ruhiger Kerl ist, umso spannender war dann natürlich die Tatsache, dass außgerechnet er der Teampartner von Quasselstrippe Sabri werden sollte. Die Begrüßung der beiden im Hotel, sie kannten sich ja nicht, fiel auch dementsprechend karg aus. Na mal sehen, wie sich die beiden als Team schlagen werden. Das könnte heikel werden, denn immerhin müssen die beiden mehrere, teils harte Stunden im Wagen miteinander verbringen und sich auch noch aufeinander verlassen können. Da kommt natürlich so ein Defekt bei den Navigationsinstrumenten nicht gerade gut als Auftakt.
Die Rallyequeen trifft auch ein, wir schauen noch ein wenig bei den anderen Teams und geben dann unsere Ersatzteilkiste bei Ossi am Servicewagen ab. Soll keiner sagen, wir lernen nicht aus unseren Fehlern….mit weniger Gewicht ist Platz für neue Sorgen ;o)

       

Anschließend, es ist mittlerweile gegen 23 Uhr, laufen wir ans Meer. Dieses Mal wollen wir das nicht erst morgens unter Zeitdruck tun. Aber Pustekuchen. Der einzige Zugang vom Hotelgelände aus, führt an einen verschlossenen, hohen Metallzaun. Als wäre das nicht genug Sicherheit, verbringt ein junger Uniformierter seine Nacht in einer maßgeschneiderten Wachhütte gleich daneben. Er schaut kurz vom Smartphone hoch und schüttelt den Kopf……also auch diesmal nix mit Badespaß.

Gehen wir halt in das riesige Bett und schlafen schnell ein, denn morgen wollen wir zeitig die 280km Überführung angehen. Vom letzten Jahr wissen wir, dass das anstrengend und knapp wird.

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