SAHARA-RALLYE    EL CHOTT 2017
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Ende Dezember 2016

Wir kommen irgendwie nicht in Takt, die Problemchen an den Wagen wachsen uns über den Kopf. Notreparaturen, überfällige Tüv-Termine, Chaos in der Werkstatt.

Da hilft auch die Pandabärchenlampe die am Weihnachtsbaum hängt nicht wirklich weiter, zumal es für sie ein Dreckigöligefingerverbot gibt.  Außerdem entwickelt der Winter ordentlich Schnee und Minusgrade, da macht es eh keinen Spaß in der Werkstatt. Mir zumindest nicht.

Als wieder einmal Ersatz fürs Alltagsauto gebraucht wird, zerrt Sebastian die GranatE aus der Ecke, checkt das Nötigste und steckt die Winterräder drauf. Garagentor auf, langsam rausgetuckert….doppelt so schnell wieder zurück. Fürchterliche Geräusche vom Unterboden lassen Probleme im Antriebsstrang vermuten. Leider ist es schlimmer. Die Geräusche stammen vom Getriebe. Mist, dafür ist jetzt keine Zeit.

Eine noch notdürftigere Notlösung wird für das Mobilitätsproblem gefunden und der Rallyeniva kommt erstmal wieder in der Ecke zum Stehen.


Januar 2017

Etwas später wird es für ihn doch wieder ernst, unsere traditionelle Roadbooktour rund um Nossen steht an. Es liegt dick der Schnee im Gelände, das macht bessere Laune und so operieren wir die Getriebe des Niva heraus. Beim Öffnen des Schaltgetriebes finden wir die Verursacher des Störgeräusches vom letzten Fahrversuch…..2 Zähne ausgebrochen. Wir staunen, denn dieses Getriebe hat scheinbar genau alles gegeben, um uns durch die Rallye und zurück bis vor die Haustür zu bringen…..das hätte auch anders ausgehen können.

                                                                                                         

Irgendein Fünfganggetriebe mit nur vier funktionierenden Gängen findet sich noch und wird eingebaut. So können wir dann Mitte Januar gespannt ins Schneegestöber starten. Sebastians anfängliche Aufregung läßt im Laufe der ersten Stunde nach und ich komme irgendwann auch wieder mit dem Tripmaster zurecht . Der Wagen hält den Tag tapfer durch, wir haben jede Menge Spaß ….so gefällt uns der Winter. Die Mischung aus Saharasand und Schnee im Fußraum tut dem Ganzen keinen Abbruch ;o)

       


Februar 2017

Sebastian denkt immer mal über ein synchronisiertes Verteilergetriebe nach. Erste Recherchen ergeben, dass die Meinungen dazu, wie immer, geteilt sind.

Im Februar fahren wir, auch im Schnee, zum Nachtreffen. Wir sehen einige bekannte Gesichter wieder und erfahren vom geänderten Konzept der ElChott. Weniger Sand, mehr schnelle Pisten und mehr Hotelaufenthalte. Uns spricht das nicht so an, aber wir müssen ja auch nicht mehr geworben werden ;o)


6.März 2017

Was soll ich sagen, es passiert nicht viel, obwohl der Schnee getaut und das Wetter schön mild ist. Mein neuer Job fordert mir einiges ab und lässt kaum andere Gedanken zu.

In der Werkstatt quält sich Sebastian durch die nötigsten Arbeiten, langsam rückt auch die Decksaison immer näher und damit überschüssige Zeit in noch weitere Ferne.

Na wenigstens haben wir schon mal genannt……immerhin. Dieses Jahr Startnummer 202.

7.April 2017

Die Vortour zur diesjährigen Rallye ist am Laufen, es stehen 16 Fahrzeuge auf der Starterliste….nur 4 davon in Wertung. Das erinnert unangenehm an ähnlichen Zustand im vergangenen Jahr….werden die Anmeldungen für einen Wettbewerb reichen?

Wenn wir schon nix am Niva machen, so rühren wir in diversen Foren wenigstens die Werbetrommel.

Ob das Erfolg hat, bleibt abzuwarten.


8.Juni 2017

Zwei Monate vergangen…..an der GranatE ist nix vorwärts gegangen.

Ich mache es so wie im letzten Jahr schon erprobt und kümmere mich erstmal um die Accessoires ;o)

Kaufe Aufbewahrungstaschen für den Kleinkram und ein Wurfzelt. Das ist ´ne prima Sache, zumindest Auf- und Abbau gestalten sich damit stressfreier. Nur die Verstauung im Wagen ist jetzt ein Thema, denn das Teil ist zwar flach aber eben nicht klein. Vielleicht bringt es ein Netz am Autohimmel.


22.Juni 2017

Es ist unfassbar, wir haben immer noch nichts am Auto gemacht.

Genauso schlimm, wie die aktuellen Teilnehmerzahlen, die seit Wochen bei 39 dümpeln….


Juli 2017

Irgendwie schaffen wir es, unsere gemeinsame Woche Urlaub zu verplempern, wobei…..wenigstens einer der Alltagsniva ist fertig geworden. Die Liste der geplanten und teilweise auch wirklich benötigten Änderungen am Niva ist lang.

Und es kommen nur immer mehr Punkte dazu, statt abgestrichen zu werden.

Wenigstens entwickelt Sebastian eine Idee für die Hinterachse.

     

Verstärkt ist sie nun ein ganz schön schwergewichtiger Brummer, da werde ich wohl die Notration kürzen müssen. Aber Hauptsache, sie biegt sich nicht wieder.

Das Lichtproblem bereitet uns auch Sorgen. Ich kann mich gedanklich nicht an ein GFK-verstärktes Haubendingsbums, wie es Sebastian vorschwebt,  mit vier integrierten Scheinwerfern gewöhnen. Mir wäre ein LED-Balken lieber. Das ist für Sebastian ein NoGo und so begnügen wir uns mit 2 kleinen eckigen Leuchten in der Stoßstange, und hoffen auf ein Minimum an Nachtfahrten.

Nach einem Check des Verteilergetriebes, fallen die gerissenen Gummis der Lagerböcke negativ auf und müssen ausgetauscht werden.

Dann beschließt Sebastian, die Beweggründe werden später nicht mehr reproduzierbar sein, einen von innen bedienbaren Bremsdruckregler einzubauen…..sieht schick und technisch sehr fortschrittlich aus.

Sinnvolle Entscheidung dagegen war die Verlegung des Heckklappenöffners bodennah zwischen Sitz und Tür. In der serienmäßigen Position ist er durch den Überrollkäfig fast nicht nutzbar.

                                             

Trotzdem, bei mir will einfach keine Werkstattlaune aufkommen, das zieht auf Dauer auch Sebastian runter.

Und Niva überrascht uns zusätzlich immer wieder gern.

So wackelt die Kurbelwelle und bei einer Kompressionsprüfung gibt sich ein Zylinder genauso lustlos wie wir. Muss etwa der Motor raus? Oder doch nur ein Messfehler?

Auch haben wir noch keine Lösung für das fehlende Tankvolumen.

Den zweiten Kühlerlüfter wollten wir eigentlich auch wieder verbauen.

Die Stoßdämpferaufnahmen waren letztes Jahr ein Problem. Sind sie immernoch.

Die Sandbleche wollen wir nicht wieder im Wagen transportieren, aber eine saubere Lösung für außen fällt uns auch grad nicht ein.

Die Punkte Krümmer isolieren, ESD kürzen und Abschleppösen für den Berger vorbereiten, klingen nach wenig Aufwand, aber selbst diese Erkenntnis bringt irgendwie nur Totenstarre statt Bewegungsdrang.

Keine Ahnung was los ist.

Als Sebastian sich dann irgendwann, schätzungsweise drei Wochen vor Start, an die zusätzlichen Lufteinlässe in der Motorhaube macht, muss ich zwangsläufig auch ran. Spachteln und Farbe ist nun mal meins. Die Sache gelingt ganz gut, diese „Modifikation“ fällt später kaum auf.

                                                     

Dann machen wir uns über die Radläufe her. Vorn ist´s recht schnell gemacht, 1,5cm Blech abflexen, nochmal soviel nach innen umbördeln. Dachte das ist komplizierter. Hinten muss mir Sebastian Vorarbeit leisten, denn dort ist nicht nur eine Lage Blech wie vorn. Aber auch hier, ein wenig flexen und grob bördeln, dann noch beide Lagen Blech von Sebastian verschweißen lassen und dann kann ich mich an die Feinarbeit machen.

                                     

Anschließend heißt es die Farbe an den geschundenen Stellen erneuern, nicht nur an den Radläufen. Bischen Baumarktfarbe ist noch da und ich gebe mir Mühe, die ausgebesserten Flächen dem Shabbylook des restlichen Wagens anzupassen.

Weiter geht es im Innenraum. Die Pappleit“bleche“ der Dachluke werden durch welche aus Glasfaser ersetzt. Immernoch nicht schön, aber wenigstens hab ich mal wieder was in der Werkstatt gemacht, obwohl ich ja mittlerweile eigentlich mit der Gestaltung der neuen NIVA-WIKI-Aufkleber und T-Shirts praktisch restlos ausgelastet bin ;o)

Zwischendurch äzt mir mein Job jeden Rest an Lust und Laune weg und so erschließt sich mir zum Beispiel die Notwendigkeit  nicht mehr, wozu ich das Display abdunkeln wollte. Soooo schlimm hat die Sonne doch nun auch nicht…..ist ja schon gut, ich werde gezwungen und biege eine Abdeckung aus Alu.

Das Gurtmesser bekommt einen neuen Platz, so dass wir es auch in einer ungünstigen Lage beide erreichen sollten. Der USB-Adapter wird vom Zigarettenanzünder ins Handschuhfach verlegt.

Der Kupplungsfuß bekommt noch eine stabile Ablagemöglichkeit aus Blech und der Sonnenblendstreifen wird ca.1 cm gekürzt.

Nun zum Raum hinter den Sitzen.

Dieses Mal werden wir keiner Ersatzteilkiste die Sahara zeigen, sondern geben sie für einen nach Volumen berechneten Obulus auf den Service-LKW. Das bedeutet, das Ersatzrad kann sich im Kofferraum ausbreiten, braucht aber eine sichere Befestigungsmöglichkeit. Es wird mittig gelegt und am Unterboden verschraubt. Hinter den Radläufen schlummert noch Stauraumpotential. Sebastian befestigt zwei Bleche, die den Raum abgrenzen und nun Gurte, Schäkel und Plane am Rutschen hindern. Mittlerweile ist auch das Gepäcknetz da, das unter dem Himmel befestigt wird, und Zelt, sowie Schlafsack & Co aufnehmen soll.

                                         

Zwei Wochen vor Rallyestart haben sich 101 Teilnehmer eingeschrieben, hoffentlich bleiben mehr davon übrig als im letzten Jahr. Wir registrieren  unsere unmittelbare Konkurrenz, denn es haben ein Puch G280 und ein Toyota FJ Cruiser mit uns in der Serienklasse genannt. Ich befrage die Suchmaschine und bekomme große Augen. Upps, wollten wir etwa einen Titel verteidigen? Naja, dabei sein ist doch alles, oder etwa nicht?

Schön, mit 5 Motorradfahrern sind auch die Zweirädrigen, im Gegensatz zum letzten Jahr, etwas stärker vertreten.

Noch drei Tage bis zur Rallye, es haben 118 Teilnehmer genannt.  Das klingt viel, aber man sollte dazu vielleicht sagen, dass in der Zahl auch die Teilnehmer der beiden Touristengruppen enthalten sind. Reine Wettbewerbsfahrer sind wir 16.

Sebastian muss bis einen Tag vor der Rallye arbeiten und verbringt jede verfügbare Minute in der Werkstatt, ich habe den Job geschmissen und schon eher frei. Meiner Meinung nach ist das Auto startklar.

Sebastian sieht das anders, denn über Nacht hat sich ein Traggelenk krank gemeldet. Überraschend erscheinen auch die kurzen Längslenkeraufnahmen zu schwach für den Rallyeeinsatz und müssen verstärkt werden. Die Batterie braucht wegen der neuen Belüftungsschlitze dringend eine Abdeckung und wo wir grad in der Gegend sind……wie räudig kommt eigentlich die Minuspolklemme daher? Da müssen Opfer gebracht werden, die Eisensäge bringt nicht nur die Klemme zu Fall, sondern auch fast den Finger. Dafür ist die Hupe extrem ambitioniert und hupt bei geringster Berührung.  Lenkrad ab und Fehler hoffentlich beseitigt.

                                              


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