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Freitag 04.11.2016

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Nach opulentem Frühstück bricht jeder für sich auf, um die letzten 74km bis zum Fährhafen LaGoulette hinter sich zu bringen. Das geht recht schnell und bald schon füllen wir wieder Kontrollkarten aus…..nur dieses Mal leider für die Ausreise aus diesem schönen Land. Händler streifen um unsere Gruppe, nach jeder Runde versuchen sie erneut ihre Datteln und Zigaretten an den Mann zu bringen. Ich gehe mit der Navigatorin vom befreundeten Team in eines der Souveniergeschäfte. Sie handelt so lange, bis der Tunesier sie nur noch loswerden will und am Ende froh ist, überhaupt etwas verdient zu haben. Sie borgt mir ein wenig Geld, weil ich auch noch etwas entdecke. Zum Glück kann ich ihr tragen helfen und als sie alles noch irgendwie im Auto verstaut haben, setzt sich unser Rallyetrupp auch endlich wieder in Bewegung.

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Die weiteren Abfertigungen sind etwas zäh, aber es geht voran. Recht intensiv werden vor allem die Händler auf Herz und Nieren und illegale Flüchtlinge gecheckt. Tut einem schon leid, wenn sie ihre Transporter komplett entleeren müssen. Gute Laune hat dort kaum jemand.

Unser Niva ist wohl augenscheinlich zum Menschenschmuggel wenig geeignet und so bleibt uns das Ausladen erspart. Der Zöllner möchte lediglich einen Blick in´s Portemonaise werfen, um zu sehen ob wir wirklich pleite sind und keine Dinar ausführen. Das bischen tunesisches Bargeld was wir noch haben scheint ihm unbedenklich und wir nehmen es für die Sammler zu Hause mit. Hier und da entwickeln sich Gespräche mit anderen Reisenden, so zum Beispiel mit einem in Holland lebendem Libyer, mit dem wir über Gott, Gaddafi und die Welt quatschen. Zu Hause buche ich einen Sprachkurs, das steht fest ;o) Nachdem wir endlich auf´s Schiff auffahren können, verlegt sich die Warterei wieder auf´s Deck. Von hier oben gibt es immer etwas zu sehen, so beobachten wir wieder den Chefeinweiser, fragen uns, was der Mann mit der Spitzhacke auf dem Schwimmdock sucht und rätseln, wieso der Zwiebeltransporter als Letzter auf die Fähre muß.

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15:45Uhr legen wir endlich ab, schnell verlassen wir den Hafen und Tunis bleibt im Dunst zurück. Sebastian zieht sich recht schnell für ein Nickerchen zurück. Ich bin nicht die Einzige die irgendwie ziellos über Deck streift und die Stimmung wird leicht nachdenklich. Wenn man so über das Wasser blickt und plötzlich viel Platz für Gedanken ist….kurz benutze ich das Taschentuch und bin dankbar, in dem Teil der Welt geboren zu sein, der solche Erlebnisse an der Seite so vieler toller Menschen möglich macht.

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Später nach dem Abendbrot sitzen wir noch ein wenig draußen bei den Anderen. So richtig lustig und ausgelassen will es nicht werden und auch der tunesische Schlagersänger in der Disco ist schwer zu ertragen. Eigentlich hatte ich mir den Abend auf der Fähre etwas anders vorgestellt, aber dafür reichte weder die vorherrschende Stimmung noch mein geborgtes Geld aus. Also den Lieblingsbergern wenigstens noch Kaffee und Bier spendiert und den Abend zügig beendet. Das Einschlafen fällt nicht leicht….vielleicht liegt es am Seegang im Kopf?

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