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Donnerstag  03.11.2016

Der letzte Tag in Wertung, was für ein Jammer. Die vergangenen Tage waren ruckzuck vorbei. Um neun ist wieder Start, aber erst in 67km Entfernung, nähe Kebili. Bis dorthin geht es über Asphalt durch Dörfer, Städte und über den El Jerid Salzsee. Wir sind pünktlich mit den anderen 7 Teams am Start.

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Die Wertungsetappe umfasst nur ca. 100km. Dafür gibt es wieder viele Auswaschungen, Spurrillen und viele fiese, enge Kurven in sandigem Geläuf. Teilweise wurde die Piste frisch geschoben und ist nicht viel breiter als der Niva. Heute haben nochmal die PS-starken Fahrzeuge die besseren Karten und die Navigation muß stimmen. Denn die Strecke ist größtenteils sehr schnell zu fahren und fix ist man am richtigen Abzweig vorbei. So werden wir auch recht zügig überholt, können aber durch einen Navigationsfehler des slowenischen Teams zumindest an ihnen wieder vorbeiziehen. Der Untergrund ist sehr lose und teilweise offenbar stark kalkhaltig. Jedenfalls zieht jedes Fahrzeug eine irrsinnige Staubwolke hinter sich her. Das macht ein Überholen fast unmöglich. Und irgendwie haben wir heute Messer zwischen den Zähnen und fahren auch freiwillig nicht rüber wie sonst ;o) Nagut, Rüdiger auf dem Motorrad lassen wir nach einer Weile doch vorbei, denn für ihn wird es im Dust so richtig gefährlich.

Es ist erstaunlich….wir haben einen richtig guten Lauf. Sebastian fährt wie der Henker, verlässt sich voll auf meine Navigation und die passt auch noch hundertprozentig. Die Roadbookbilder folgen einander dicht auf dicht, oftmals sind nur 10-20m zwischen den einzelnen Anweisungen. Da auch keine GPS-Punkte anzufahren sind, geben wir uns völlig dem Rausch hin und meistern, unserer Meinung nach großartig, diese letzte Etappe. Nach der wilden Fahrt durch den Zielbogen merken wir erst, dass wir keinen Schluck Wasser getrunken haben, so hat uns die Etappe in Atem gehalten.

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Wir jubeln noch den nach uns kommenden Fahrern zu und freuen uns mit allen über diesen schönen Moment. Doch lange Zeit für Luftsprünge bleibt nicht, denn es stehen noch 360km Überführung ins Hotel nach Hammamet an. Die anderen fahren schon los, wir wollen noch nicht so richtig, denn irgendwie ist die Rallye ja dann zu Ende. Sebastian holt sich von Martin unseren restlichen Sprit, den wir der Platznot wegen haben von ihm transportieren lassen.  Dann wird noch Eddies Motorrad auf den Servicetruck bugsiert und der Zielbogen abgebaut. Nun wird es aber auch für uns Zeit zum Aufbruch und wir machen uns auf den Weg. Dieser letzte Teil führt nun wieder über größere Strassen und Ortschaften teilweise am Meer entlang. Eine Zeit lang fährt der BMW-Fahrer in unserer Geschwindigkeit mit, bis wir dann Appetit auf einen frischen Kaffee bekommen und Höhe Sfax in Richtung Meer abbiegen. Dachten wir doch, es sei eine gute Idee, am romantischen Strand den Kocher auszupacken und noch ein bischen Natur zu genießen. Hatten wir aber nicht mehr an das Müllproblem Tunesiens gedacht und so standen wir nun zwischen niedrigen Büschen vor dem dichten Algenteppich und ärgerten uns wiedermal über den Anblick. Überall, soweit wir blicken konnten waren irgendwelche Zivilisationsreste zu sehen. Ungeachtet dessen sammelten weiter vorn im Uferbereich einige Frauen vermutlich Muscheln. Waren ihre Beutel voll, kamen auf irgendein geheimes Zeichen hin ihre Männer gefahren und holten sie ab. Sicher haben sie bis dahin oben an der Straße in einem der vielen Cafés gesessen und palavert. Die Rollenverteilung muß ich nicht gut finden, ist aber leider überall präsent.

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Nachdem wir noch kurz Gesellschaft von Lolek und Bolek bekommen, sie haben uns von der Strasse aus erspäht (oder doch über´s Explona verfolgt? ;o), brechen wir wieder auf um möglichst noch bei Tageslicht im Hotel anzukommen. Der Plan gelingt, wir erreichen das „LeSultan“ am späten Nachmittag. Sehr viel Hotel und wenig Parkplatz, ist der erste Gedanke. Das Ambiente ist gehoben, unsicher latschen wir in Schlappen voll Sand durchs Voyer. Wir bekommen trotzdem ein freundliches Lächeln von der Rezeption und gehen fix auf unser Zimmer. Dort legen wir nur schnell unsere Taschen ab und ohne uns lang aufzuhalten geht es wieder runter um zu schauen, ob man an´s Meer gelangt. Viel Hoffnung haben wir nicht, zu dominant protzt der Pool. Zum Glück laufen wir noch ein Stück weiter und tatsächlich….im Zaun ist ein Durchstieg und der führt über einige Stufen und Steine direkt in eine kleine Bucht. Welch Glück, und ganz ohne Roadbook gefunden ;o) Nun wird´s hektisch, denn die Sonne neigt sich schon sehr dem Horizont zu und wir wollen unbedingt ins Wasser. Sportlich nehmen wir die Stufen zum Zimmer, ziehen die Badesachen an und schnappen uns Handtuch und Kamera. Aber halt, da ist ja auch noch meine Schiene. Nach sehr kurzem Überlegen befreiten wir meinen Arm von dem dreckigen Ding. Montag beim Arzt wäre ich sowieso in Erklärungsnot geraten, wie ich beim Strandurlaub das Teil so schmutzig bekommen habe.

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Gerade noch rechtzeitig zum schönsten  Sonnenuntergang erreichen wir das Wasser. Unbeschreiblich, wie leicht und schön in diesem Moment das Leben ist. Zum Glück bleiben wir auch allein und können das perfekt temperierte Meer so richtig genießen.

Etwas kritisch wird dann der Rückweg durch das Hotel, denn ich habe ein trockenes Oberteil vergessen und Badesachen, womöglich nasse, sind nur am Pool gern gesehen. Doch unbemerkt gelangen wir wieder auf unser Zimmer und schmeißen uns so sehr in Schale wie es für unsere Verhältnisse geht. Also Schlabberhose, Jeans und sauberes Shirt.  Wir gehen wieder nach unten, die Anderen treffen auch langsam frischgeduscht ein. Mittlerweile spielt eine Pianistin im Foyer und wir freuen uns auf´s Essen. Das ist, wie eigentlich immer hier in Tunesien, lecker und reichlich. Mit vollem Magen nehmen wir dann im Nebenraum stolz unseren Pokal für das beste seriennahe Auto engegen. Sicher hatten wir viel Anfängerglück und jede Menge Support, aber unsere Gesamtplatzierung an vierter Stelle haben wir uns dennoch hart verdient.

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Nun ging es zum gemütlichen Teil des Abends über, es wurde an jeder Ecke geplaudert und die Stimmung war…..irgendwo zwischen gelöst und sentimental. Leider fehlten Heiko und Oskar, sie brachten den gesamten Abend auf dem Parkplatz damit zu, die Wasserpumpe der GAZelle in Ordnung zu bringen. Nicht als Letzte verschwinden wir gegen Mitternacht auf dem Zimmer.

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