zurück zur SEITE 4

zurück zur ÜBERSICHT

Samstag  22.10.2016

9:00Uhr Start nach Genua mit dem ersten Roadbook. Das klappt auch prima bis zum Hafen. Dort werden wir von der Hafenpolizei sehr bestimmend in Richtung Gate 7 geschickt. Wir haben Zweifel, ob das richtig sein kann, denn kein anderes Rallyefahrzeug ist zu sehen. So stehen wir eine geraume, sehr zähe Weile im Niemandsland zwischen hupenden Lasterfahrern und zielstrebig einfahrenden Händlern. Dann kommen wir auf die Idee, doch mal ein Stück nach vorn zu fahren und sehen erleichtert unsere Mitstreiter.

05rb     05hafall

Dann heißt es warten bei Regen, Sonne, Hagel und Wind. Viel Zeit für erste Gespräche mit den anderen. Neben uns zum Beispiel in der grünen Gazelle die netten Chemnitzer, die während der Rallye mit einem kühlen Radler und kleinem Imbiss aufwarten. Oder die Dresdener, die sich um die Zeitnahme und Auswertung kümmern werden. Langsam treffen auch die restlichenTeilnehmer ein und wir laufen staunend und mit offenem Mund die Reihen ab. Den Niva dann wiederzufinden gestaltet  sich schwierig, denn er ist neben dem Buggy und dem Quad (die allerdings beide noch verladen sind) das kleinste Fahrzeug. Die mitleidigen Blicke ignorieren wir noch und kochen uns einen Kaffee. Dass das nicht das bevorzugte Getränk der Rallye ist, ahnen wir schnell. Schon um 10 Uhr öffnen sich die ersten Bierbüchsen und gegen 12Uhr ist die erste Flasche Ramazotti leer. Wir bleiben standhaft.

05hafs   05kaffee

Das Warten zieht sich, 18:00Uhr darf die Rallyegruppe als erste Passagiere auf´s Schiff. Vorteil ist der, dass wir jetzt auf und nicht mehr vor dem Schiff warten dürfen. Da ich noch nie mit Fähre gefahren bin, wird mir nicht langweilig und so verfolge ich gespannt das Treiben auf und neben den Rampen. Italienische und tunesische Händler mit voll beladenen Transportern bestimmen das Bild. Der Chefeinweiser hat zwar einen Fußstellungsfehler aber sonst wohl den Durchblick.

05scarth    05matrosen    05gaz        

Meine Hoffnung auf ein Auslaufen im Hellen wird leider nicht erfüllt, die Fähre legt im strömenden Regen und in völliger Dunkelheit ab. Ein letzter Gruß an die Lieben daheim, dann wieder Wartestellung.

Der Rallyetross hat Hunger. Doch wir dürfen noch nicht ins Restaurant, nein, wir sitzen in der Disco fest und hoffen, dass der Kapitän, der uns eigenhändig begrüßen möchte, auch keinen Bock auf lange Reden hat und sich beeilt. Gefühlt vergehen Stunden, bis er dann endlich mit seiner Gefolgschaft, lauter Musik und Wunderkerzen eintrifft, drei Sätze spricht in denen er uns willkommen heißt. Wahrscheinlich hört keiner zu, denn es werden adrette Minihäppchen serviert…..alle stürzen sich auf die winzigen Blätterteigteilchen….der Wettkampf hat begonnen ;o)

Da der Tourismus in Tunesien arg zum Erliegen gekommen ist, ist unsere „Reisegruppe“ schon was Besonderes und das werden wir in den nächsten Tagen immer wieder zu spüren bekommen. Nichts dagegen, wenn ich nicht wieder mit mächtig Kohldampf warten muß….

Das Abendessen ist reichlich und lecker, wir lernen Fahrer und Navigatorin eines modifizierten Mitsubishis kennen und essen um die Wette Harissa. Dann verkriechen wir uns bei völlig ruhiger See in die Kabine und testen die spannende Vacuumspülung.


Sonntag  23.10.2016

Das Frühstück wird jäh unterbrochen, da Sabri, der quasselnde Quadfahrer spontan eine Führung im Maschinenraum organisiert hat. Vorerst landen wir allerdings auf der Brücke, was ja auch interessant ist. Bevor wir in die unteren Bereiche der Fähre vordringen, treffen wir uns aber alle zur ersten Fahrerbesprechung. Der grobe Ablauf wird erklärt und die zahlreichen Orgamitglieder werden vorgestellt. Gefühlt war der Applaus bei Erwähnung des gekühlten Bierfasses am lautesten. Das  Zeitnahmeteam spielt uns die 11 Tracks der Rallye auf die GPS-Geräte, das erinnerte mich wieder daran, mich noch nicht wirklich mit der Navigation beschäftigt zu haben. Was soll´s….bis jetzt seh ich nur Wasser, kein Körnchen Sand ;o)

Mit Ohrenstöpseln ausgerüstet begeben wir uns dann in den Schaltraum, später noch tiefer in den Maschinenraum. Im Höllenlärm verstehen wir dennoch zum großen Teil, was uns die beiden jungen tunesischen Maschinisten mit äußerster Hingabe erklären.

 05brue    05smasch

05slieg    05flagg  

Gegen 15:00Uhr laufen wir in La Goulette ein. Die Abfertigung geht recht fix vonstatten. Hektik entsteht kurz beim Kauf der Tourimarken. Wir wechseln auch gleich noch Geld, 250 € entsprechen ca.600 TND. Bei der Ausfahrt bekommen wir die Fenster nicht schnell genug hochgekurbelt und so landet eine tunesische Flagge im Wagen, die wir zwar nicht wollen, aber dann doch völlig überfordert behalten und dem kleinen Jungen bezahlen. Das Popcorn verweigern wir erfolgreich. Die Flagge stecke ich in die Lüftungsschlitze der C-Säule, sie begleitet uns während ganzen Rallye.

05udeck1    05udeck2

Die beginnt jetzt mit der ersten Fahrt nach Roadbook von Tunis nach Mahdia ins Hotel „Palace“. Zum ersten Mal auf afrikanischem Boden bewundere ich die herrliche Landschaft, ärgere mich aber gleichzeitig über den unglaublichen Gestank von brennendem Kunststoff und den Müll, der überall in den Kaktusfeigen im Wind flattert. An den sehr individuell gestalteten Strassenverkehr gewöhne ich mich allerdings recht schnell.

05zapf    05schild

19:00Uhr kommen wir im Hotel an. Die Zimmer sind für unseren Geschmack etwas überdimensioniert, wie auch das Buffet. Das nutzen wir aber trotzdem ausgiebig. In der ungewöhnlich schwülen Luft vertreibt sich der Großteil der Leute die Zeit beim WiFi in der etwas kühleren Lobby und der Abend klingt langsam aus.

05hfenst     05hcp
zurück zur ÜBERSICHT

zur SEITE 6