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Der erste kurze Test neben der Autobahn entlockte mir Geräusche…..nein, keine Begeisterung….blanke Panik. Mit so geringer Geschwindigkeit dürfte ich nicht auf der Autobahn fahren, aber daneben, im Dunkeln, eingeklemmt zwischen Maschendrahtzaun und Bäumen…..überlegte ich kurz, wen ich so wenig mochte, dass ich ihm den Platz als Navigator ohne schlechtes Gewissen überlassen könnte. Sebastian wurde dann auch noch schlecht, und zwar als er auf gerader Strecke die Sperre einlegte. Der gesamte Antriebsstrang verspannte sich.  Das ungute Rappeln ließ nur einen Schluss zu: der Vorbesitzer hatte verschieden übersetzte Differentiale in Vorder- und Hinterachse verbaut. Mach schon mal die Werkstatt warm……

Die Lösung war zwar wieder zeitaufwendig, aber für Sebastian kein Problem. So sah dann Tage später die ausgedehntere Probefahrt nach Grimma wesentlich besser aus. Der Niva schnurrte problemlos in jeder Lage durch den Freistaat. Dafür wurde mir nach 10min intensivem auf´s Navi schauen speiübel, aber ich hoffe bei der Rallye sind die Roadbookbildchen mehr als 50m auseinander…..damit mein Auge etwas in der Landschaft ruhen kann. Langsam beschleicht mich das Gefühl, keinen Erholungsurlaub gebucht zu haben….

Leider ergab sich dann doch noch die Notwendigkeit, nach der Kupplung zu schauen. Aus dem Schauen wurde letztendlich ein Abend in der Werkstatt, während dem natürlich noch andere Baustellen zutage kamen.

03getr    03kuppl      

Und wenn wir so auf unsere Liste der noch abzuarbeitenden Dinge schauen, stellen wir fest, dass irgendwie mal wieder das Soll mit dem Ist vertauscht ist.

Einschub: Dummerweise breche ich mir Anfang Oktober auch noch ´nen Mittelhandknochen (natürlich rechts). Nicht, dass ich jetzt selbstständig den schnell noch nötigen Radlagerwechsel durchführen könnte, aber es wären ja doch genug Handlangerarbeiten zu erledigen, die Sebastian entlastet hätten. Naja, beschränke ich mich halt auf Werkzeug wegräumen, Rumjammern und überflüssige Kommentare….

Für die doch nicht unwichtige Frischluftzufuhr hat Sebastian vorn, mittig im Dach eine recht weit zu öffnende Klappe eingebaut. Das Befestigungsmaterial für den vorgeschriebenen GPS-Logger und das Explona-Trackingsystem ist angekommen und wir haben es nach etwas Rumprobiererei an der oberen Strebe des Überrollkäfigs befestigt. So kommen wir bei Bedarf beide ran. Unterfahrschutz ist verbaut, natürlich ging auch das nicht plug´n play.

03expl      03luke

Nun steht unter anderem noch der Ausbau im Heck an. Lange haben wir überlegt, was wir überhaupt an Ersatzteilen mitnehmen sollten. Von Freunden haben wir Kisten in verschiedenen Größen bekommen. Nur wie anordnen, dass es Sinn macht, man fix überall rankommt, aber hauptsächlich die wichtigen Sachen in Reichweite sind? Die Gewichtsverteilung im Wagen sollte man vielleicht auch nicht vernachlässigen. Und nicht nur das Ersatzrad und der Kanister müssen stabil befestigt sein. Sonnenblendstreifen fehlt auch noch, die originalen Sonnenblenden korrespondieren nicht mit dem Käfig.

03koff  03probe    

Rüdiger, ein ElChott-Mitstreiter auf dem Motorrad, nimmt unsere „Wettbewerbsreifen“ in seinem Transporter mit nach Voghera, dort stecken wir dann um und übernehmen dafür ´nen Rucksack mit Klamotten, die er nicht auf die Strecke mitnehmen will.

Apropos Voghera…..steht ja auch noch die Entscheidung aus, wann wir losfahren. Mit Niva sind wir etwas entschleunigter unterwegs. Zu zeitig starten und dann ewig am Hotel warten wollen wir aber auch nicht. Zudem steht noch nicht fest, ob wir im Rallyehotel  überhaupt noch ein Zimmer bekommen, der email-Kontakt ist in etwa so träge wie unser Auto.

Einschub einer mail von Sebastian, zum Thema Stirnlampe:

„….es ist doch einiges geworden. Zuerst habe ich weisungsgemäß eine
Stirnlampe (und Öl) besorgt. Im Baumarkt einfach die teuerste
mitgenommen und vorhin mal im Dunkeln probiert. Von der Alten wusste ich
noch, dass es keine gute Idee ist beim Einschalten zu schauen wo das Licht
rauskommt. Also auf den Kopf damit und den Knopf gedrückt. Passiert erst
mal nix Spektakuläres, sondern es wird ein roter Lichtschimmer erzeugt.
Ist das nun das Zeichen, dass der Fusionsreaktor gezündet wird? Oder
U-Boot auf Schleichfahrt? Oder doch eine Warnung an Umstehende: Achtung
Kopflampe wird aktiviert. Denkt man hier zu lange nach, wird beim nächsten
Knopfdruck einfach alles abgeschaltet und es kehrt die absolute
Dunkelheit zurück. Schaltet man aber mutig weiter, werden drei
Photonenstrahlen gebündelt ausgeworfen, sodass man schlagartig den Kopf
senkt weil man befürchtet das Garagentor wegzubrennen.
Wenn dann die Lichtsäule ruhig vor sich hin wabert hat man noch die
Möglichkeit das stufenlos zu dimmen. Aber was soll das? Hätte Darth
Vader sein Lichtschwert gedimmt, wenn er die Möglichkeit dazu gehabt
hätte??? Wenn ich draußen Richtung Nachbarn schaue, fangen da die Hunde an zu
bellen. Hätten die Hühner, würde der Hahn krähen weil er denkt die Sonne
geht auf…..“ Da scheint einer schwer begeistert von seiner Stirnlampe.

Einschub 2: Eine große Schmach diesbezüglich erleidet Sebastian dann allerdings während der Rallye. Wie die meisten Teilnehmer dort, tragen auch die Jungs vom Bergeteam ihre Stirnlampen fast permanent spazieren. (Mich, weil ich keine trage, erinnern sie im Halbdunkeln aufgrund ihrer Farbgebung an Pandabären.… sehen von Weitem aus wie so kleine Plüschmaskottchen ;o) Als wir dann unsere erste Nacht mit den Bergern verbringen und die Pandas aktiviert werden, schwindet jede Farbe aus Sebastians Gesicht. Niedlich ist anders.... in diesem Lichtschein könnte man glatt ´ne OP durchführen ;o)

Die restliche Zeit vergeht rasend schnell und völlig unerwartet überrascht uns der Tag der Abfahrt.

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